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Der DAX (Deutscher Aktienindex) wurde zum 01. Juli 1988 von der Deutschen Börse als Leitindex der 30 größten und umsatzstärksten (bezogen auf die Marktkapitalisierung) eingeführt. Er wurde rechnerisch zum 31.12.1987 auf 1.000 Punkte normiert.

Im Zeitraum von 1988 bis 2016 hat der DAX eine Wertsteigerung von 1.048% erzielt. Exemplarisch entspricht dies eines Vermögenszuwachses von beispielsweise 100.000 EUR auf über 1,148 Mio. EUR. Dies entspricht einer jährlichen Durchschnitts-Rendite von 8,8%.

Diese Performance hätten wir erreichen können, indem wir einen DAX-ETF (Exchange-traded Fund = passiv verwalteter Fonds) erworben (sofern es dieses Instrument für den Kleinanleger 1988 bereits gegeben hätte) und vor allem die Disziplin gehabt hätten, diesen zu halten und nicht zu veräußern. Die Performance wird aber letztlich auch durch die Inflation und die geringen ETF Gebühren beeinträchtigt.

Der tatsächliche DAX Verlauf zeigt größere Rückschläge in Form von signifikanten Börsen-Crashs wie in den Jahren 2003 (als Folge des .COM-Crashs) und 2008 (als Folge der US Häuserblase = Subprime-Krise mit anschließender Banken-/Finanzkrise) auf. Die folgende Grafik verdeutlicht dieses noch einmal. Konnten wir uns in 1999 noch über fast 600% Gewinn gegenüber 1987 freuen, schmolz dieser auf nur noch 189% zum Jahresende 2002 zusammen. Die jährliche Durchschnitts-Rendite lag somit in dem Zeitraum 1988 bis 2002 nur noch bei 7,3%. Gegenüber vergleichbaren Rendite aus Anlageklassen wie z. B. Anleihen ist dies aber immer noch ein überdurchschnittlicher Wert.

Interessant wird die Betrachtung, wenn man die relative Veränderung gegenüber dem Vorjahr mit einbezieht:

Die Grafik beinhaltet drei elementare Aussagen:

  1. Jahre mit Gewinnen überwiegen bezogen auf die Anzahl Jahre mit Verlusten
  2. Bezogen auf den Zeitraum 1988 bis 2016 dauert eine Hausse (steigende Kurse) i.d.R. mehrere Jahre und eine Baisse (fallende Kurse) ist oft von kurzer Dauer (max. 1-3 Jahre)
  3. Jahre mit Verlusten sind signifikant und schmerzhaft (vergleiche hierzu 2000-2002 und 2008)

Diese Sicht bringt uns zum Thema Emotionen. Als menschliches Wesen sind wir hiervon sehr geprägt. Emotionen lassen uns gerade in Bezug Investitionen oft zu Fehlentscheidungen verleiten. Verlustjahre wie 1990, 2002 oder auch 2008 lassen uns an unseren Anlageentscheidungen zweifeln.Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir hier lediglich die Betrachtung auf Jahresendstände haben. Vor allem in den Jahren des jeweiligen Crashs gab es noch weitaus größere Bewegungen nach unten, die meist zum Jahresende sich etwas relativiert haben. So hatte beispielsweise ein Turnaraoundjahr wie 2009 mit einer Jahresperformance von 24% ein weiteres Tief im März gegenüber dem Jahresendstand 2009, bevor es dann wieder rasant nach oben ging.

Neben den monetären Einbußen werden wir gerade in solchen Phasen von einer Vielzahl medialer Meinungen und Emotionen geleitet. Jeder erdenkliche Profi hat in diesen Zeiten etwas zu sagen. Wir suchen nach Informationen und vor allem Halt, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. All diese beeinflusst uns in unserem finanziellen Handeln.

Zu den Themen Emotion, Money Management, Timing und auch den Mythen von Buy-and-Hold wird es mehr Material auf diesem Blog geben.

Es ist daher zu bezweifeln, ob wir als emotional geprägter Menschen unseren ETF über so einen langen Zeitraum einfach hätten nur liegen lassen.

Neben der Kontrolle der Emotionen ist es für den langfristig orientierten Anleger daher auch wichtig, ein entsprechendes Timing zu haben.
Die folgende Grafik zeigt die mögliche ETF-Performance (vor Gebühren) zu verschiedenen Einstiegspunkten nach dem großen Crash 2002 bis zum nächsten Crash 2008 auf:

Diese Übersicht verdeutlicht uns, wie wichtig ein gutes und richtiges Timing ist. Niemand ist in der Lage den Tief- oder Hochpunkt im Börsenverlauf zu treffen. Die Finanzindustrie propagiert daher so oft einen Buy-and-Hold-Strategie mit dem Verweis auf die historische Performance eines Index. Dies ist in der Sache nicht verkehrt, jedoch weiß niemand was die Zukunft bringt und vor allem in was für einer Lebenslage wir uns befinden. Daher müssen wir einen Weg finden, wie wir zu jeder Zeit mit Blick auf das große Ganze unsere Anlageentscheidungen bewerten und vor allem auch auf die jeweilige Marktsituation verändern können. Hierzu werden wir auf diesem Blog unser mit Value Investing-Strategien und technischem Trading auf Basis eines einfachen Regelwerkes beschäftigen.

 

Weiterführende Links:

Geschichte des DAX auf Wikipedia

ETFs auf Wikipedia

 

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