Kapitel 1 (Lesezeit ca. 10 Minuten)

Intro

"Du kannst dich selber reich machen, oder du machst jemand anderes reich." Robert T. Kiyosaki

 

 

Arme Menschen verwenden ihr Einkommen zur Lebenserhaltung.  Die breite Mittelschicht hingegen kann mit Hilfe des verfügbaren Einkommens neben der Lebenserhaltung weitere Bedürfnisse stillen. Aufgrund ihrer Kreditwürdigkeit können sie den Lebensstandard über Finanzierungsmodelle in Form von Darlehen und Leasing deutlich ausbauen. Vermögende hingegen erzielen durch die Nutzung und Bereitstellung ihres Vermögens ihr Einkommen und bauen dieses dadurch laufend aus.

 

Die Grafik zeigt den Strom des Geldes in Richtung Vermögende. Dieser ist in einer Marktwirtschaft nicht zu durchbrechen und ist letztlich die Basis für Investitionen und somit zukünftiges Wachstum und Wohlstand.

Jeder Einzelne ist in der Lage sich zum Gewinner dieses Stromes zu machen, sofern er anfängt, sich mit diesem System zu beschäftigen. Sobald jemand bereit ist sein Verhalten bestehend aus Konsum und nicht wertschaffenden Anlagen (z.B. teures Auto und zu großes Eigenheim) zu durchbrechen, ist er in der Lage, Teile seines verfügbaren Einkommens als auch seine Kreditwürdigkeit in wertschaffende Investitionen umzuleiten. So legt er die Basis für zukünftiges Vermögen und zur Selbstverwirklichung.

Inflation erschwert den Vermögensaufbau

Inflation resultiert aus dem Wachstum einer Volkswirtschaft und äußert sich in steigenden Löhenen und Gehältern, Mieten, Lebensmittelpreisen usw.. Die durchschnittliche Inflation der letzten 20 Jahre (1997-2017) lag bei 1,8 %. Diese sorgt für einen stetigen Wertverfall des Geldes.

In der folgenden Grafik ist der Wertverfall eines Euros für die nächsten 30 Jahre simuliert:

Ein Euro simuliert mit der historischen Infaltionsrate von 1,8 % ergibt eine Kaufkraft von 0,58 EUR nach 30 Jahren. Dies entspricht einem Wertverzehr von 42 %. Die Miete von 850 EUR heute beträgt somit in 30 Jahren 1.452 EUR.

Was aus 100.000 EUR Sparvermögen (ohne Verzinsung) wird:

Anhand der Zahlen ist unschwer zu erkennen, dass es unablässig ist, sein Spar- bzw. Barvermögen in eine wertschaffende Investition zu überführen. Nur so kann man langfristig dem Werteverzehr entgegenwirken und zusätzlich eine Rendite für weiteren Vermögenszuwachs erzielen.

Bei diesen Zahlen nuss man kein Prophet sein. Nur wertschaffenden Investitionen - also am Wachstum sich maßgeblich zu beteiligen - erzielt Renditen oberhalb der Inflation und ist somit langfristig der beste Inflationsschutz.

 

Value Investing als Schneeball - nach Warren Buffett

Warren Buffett hat mit Hilfe von wertschaffenden Investitionen einen gewaltigen Schneeball für sein Vermögen erzeugt. Der Schneeball als Synonym für den Zinseszinseffekt hat bei ihm aus $140.000 mit 26 Jahren ein Netto-Vermögen von heute (2017) $84 Mrd. erzeugt. Warren Buffett zählt als Meister des Value Investing (mehr hierzu im Kapitel 'Was ist Value Investing').

Lebensalter von Warren Buffet

 

Lebensalter von Warren Buffet

 

Lebensalter von Warren Buffet

 

Lebensalter von Warren Buffet

 

Warren Buffett verfolgt seit über 60 Jahren immer den gleichen Investmentstil. So hat er es geschafft, seinen Schneeball nachhaltig ins Rollen zu bringen. An der imposanten Entwicklung sind vor allem auch zwei Dinge abzulesen:

  • Der Zinseszins-Effekt hat seine größte Entfalltung hinten raus
  • Trotz des Vermögens von bereits $1,4 Mrd. mit 56 Jahren konnte Buffett den Schneeball bis heute mit einer immer noch unfassbaren Wachstumsrate von 14 % weiterrollen

Diese beiden Feststellungen sollten vor allem jenen Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen, die Glauben, dass Buffet a) sein Vermögen lediglich in frühen Jahren aufgebaut hätte ("mit besseren Markt-Rahmenbedingungen als heute") und b) sein Anlagestil glücklichen Zufällen unterlegen ist.

Das Gegenteil ist der Fall: Warren Buffett beweist seit über 60 Jahren, dass die Anlagephilosophie des Value Investing bis heute äußerst erfolgreich ist. Ganz gleich wie groß das jeweilige Ausgangsvermögen war.

Quelle Daten zum Netto-Vermögen von Warren Buffett: Dividend.com

Warum wir am Aktienmarkt investieren sollten

Wir Deutsche tun uns äußerst schwer mit der Anlage in Vermögenswerte respektive Aktien. Zum einen kennt jeder noch das Ergebnis der Volksaktie-Bewegung rund um die Telekom. Nach dem großen Hype kam die Ernüchterung. Ebenso sitzt uns noch die Finanzkrise aus 2007-2008 mit dem großen Börsencrash wie ein Schalk im Nacken und in unserem Kopf. Wir sehen in jeder negativen Information den nächsten Crash.

Daneben sind wir ein Volk mit einer der höchsten Sparquote weltweit. Der typische Deutsche ist risikoavers und platziert sein Geld in vermeintlich sicheren Anlageprodukten wie z.B. Sparbriefe, Inhaberschuldverschreibungen, die Riester-Rente, Bausparverträge und ähnlichen Produkten mit niedriger Verzinsung.

Hier zeigt sich aber eine mögliche Informationslücke der Anleger in Bezug auf Aktien. Die wenigsten davon haben über diesen attraktiven Markt viel gehört, geschweige denn in der Schule, Ausbildung oder im Studium etwas dazu gelernt.

Die folgenden 4 Fakten sollen einmal verdeutlichen, welchen Risiken und Möglichkeiten die Börse historisch betrachtet mit sich bringt:

Wussten Sie, dass es historisch gesehen jedes Jahr eine Korrektur gibt?

Mit Blick auf den S&P 500 gab es seit 1928 im Schnitt eine Korrektur von 13 % p.a.. Die folgenden Grafiken zeigen die unterjährigen Korrekturen:

Quelle: PensionPartners Charlie Bilello

Korrekturen sind ganz normaler und vor allem jährlich auftretender Bestandteil des Börsengeschehens!

Fazit: Mögliche Korrekturen und Crashs sollten nicht die Grundlage von Anlageentscheidungen sein.

"Mr. Market is a kind of a drunken psycho. Some days he gets very enthused, some days he gets very depressed. " Warren Buffett

 

Von einem Bärenmarkt spricht man immer in Zeiten, wo der Markt von seinem letzten Hoch (All-time-high) mehr als 20 % an Wert verloren hat. Alles darunter entspricht in der Fachsprache einer Korrektur.

Eine Korrektur ist in der Regel sehr kurz und wird von Mr. Market als gesundes 'Durchatmen' in einer Aufwärtsphase bezeichnet.

Ein Bärenmarkt hingegen hinterlässt schon größere Schäden. Er ist gerade für viele Marktteilnehmer sehr schmerzhaft, da insb. in dieser Phase zuvor hochgelobte und beliebte Aktien überproportional an Wert verlieren. Das Marktverhalten und die Psyche verändert sich schlagartig von Überschwang und Optimismus hin zu manisch-depressivem Pessimismus mit fehlgeleitetem Aktionismus.

Gemessen an dem S&P 500 gibt es folgende historische Fakten zu Bärenmärkte (1900-2018):

  1. Weniger als jede 5 Korrektur (ca. 20 %) entwickelt sich zu einem Bärenmarkt
  2. Bärenmärkte treten historisch gemessen alle 3 bis 5 Jahre in Erscheinung
  3. In den letzten 118 Jahren gab es 34 Bärenmärte, davon waren es nach dem 2. Weltkrieg lediglich 15
  4. Im Durschnitt fällt der Markt um 33 % wovon 1/3 bis zu über 40 % fallen
  5. Bärenmärkte verlaufen im Durchschnitt über 12 Monate (1,5 Monate bis 24 Monate)


Quelle: PensionPartners Charlie Bilello

Fazit: Historisch gemessen gibt es alle 3 bis 5 Jahre einen Bärenmarkt. Diesen verlaufen im Durchschnitt über 12 Monate und sind somit ebenfalls von kurzfristiger Natur.

"Be fearful when others are greedy. Be greedy when others are fearful." Warren Buffett

 

In einem Bullenmarkt herrscht vor allem in einer späten Phase Überschwang und Optimismus der zu immer höheren Kursen führt.

Bärenmärkte hingegen sind dadurch gekennzeichnet, dass in diesen Phasen der Pessimismus Oberhand gewinnt und zu starken Kursverlusten führt.

Warren Buffett nutzt Bärenmärkte immer wieder um freie Liquidität in wundervolle Unternehmen zu investieren. Daneben verkauft er aber auch nicht bestehende Unternehmen in Phasen des Überschwangs.

Warum dies so ist, sehen wir in der folgenden Grafik zu den letzten 7 Bärenmärkte:

Anhand dieser Zahlen erkennt man, wieso Warren Buffett so gelassen ist und nicht zu voreiligen Handlungen und Schlüssen neigt. Der Markt erholt sich historisch gemessen nach einem Bärenmarkt rasant in den nächsten 1 - 3 Jahren.

Neben dieser allgemeinen Marktstatistik spielt Warren Buffett zusätzlich in die Karten, dass er an wundervollen Unternehmen beteiligt ist, die oft sogar noch gestärkt aus einem Bärenmarkt gelangen und so gegenüber dem Markt eine noch weitaus bessere Entwicklung hinlegen.

Warum dies so ist, lernen Sie in den Folgekapiteln und in der Wegbeschreibung zum Value Investor.

"Opportunities come infrequently. When it rains gold, put our the bucket, not the thimble." Warren Buffett

Gemessen am breiten S&P 500 Index sind Bärenmärkte und Korrekturen im langfristigen Bild statistische Ausrutscher.


Quelle: PensionPartners Charlie Bilello (Wert 2018 galt bis einschl. Nov-18)

Nehmen wir nur die letzten 50 Jahre (1967 bis 2017). In den letzten den 50 Jahren gab es lediglich 9 Jahre mit einer negativen Entwicklung.

Mit Blick auf die erzielbaren Renditen erkennt man gemessen an verschiedenen Zeiträumen, dass eine durchschnittliche Rendite im S&P 500 von ~6,5 % bis ~9 % erzielbar ist.

An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass es sich beim S&P 500 um einen Kursindex handelt. Die gezeigte Rendite beinhaltet somit keine Dividenden und Bezugsrechte. Die echte Rendite nach Dividenden und Bezugsrechte ist daher noch höher.

Sollte jemand in einem Fond investieren, bei einem Vermögensverwalter sein Geld anlegen oder in einen ETF investieren, so sollte die jeweilig zu erzielende Rendite auf Basis von einem Zeitraum von 10 Jahren die Messlatte sein!

Die in diesem Abschnitt behandelte historische Entwicklung des S&P 500 zeigt, dass die Börse langfristig wächst und kurzfristig Korrekturen ausgesetzt ist.

Bezüglich dieser Entwicklung sollten man sich gedanklich von den Zahlen trennen und einmal darüber nachdenken, wieso dies so ist.

Der Markt und vor allem der S&P 500 spiegeln die Volkswirtschaft und insbesondere die darin enthaltenen Unternehmen. Das Zusammenspiel aus Unternehmertum, Investitionen, Konsum und staatlichen Faktoren wie Steuern und Ausgaben bilden eine Marktwirtschaft. Durch Globalisierung und vor allem Innovationen wächst langfrisitig das Bruttosolzialprodukt moderner Volkswirtschaften. Weltweit steigende Bevölkerungen und stetige Produktivitätssteigerungen insb. durch neue Technologien treiben das Wachstum.

Anmerkung valueCampus: Man sollte den DAX 30 in solchen Analysen vergessen. Er spielt gemessen an der Marktkapitalisierung weltweit mit weniger als 5 % keine besondere Bedeutung. Darüber hinaus spiegelt dieser in unserer Ansicht nicht die Marktwirtschaft in Deutschland, da im Gegensatz zu anderen Ländern bei uns der Mittelstand mit seinen vielen noch familiengeführten Unternehmen nicht am Kapitalmarkt in Form von Aktiengesellschaften teilnimmt.

 

Um an der in diesem Abschnitt aufgezeigten positiven Entwicklung zu partizipieren, bietet sich die Anlage von Geldvermögen in einem kostengünstigen ETF an. Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Markt genau diesen Schwankungen unterliegt und vor allem das Timing über die langfristige Rendite entscheidet. Mit einem langen Anlagefokus von 10-20 Jahren werden die wenigsten hiermit viel verkehrt machen und vor allem ihr hart erarbeitetes Geld nicht durch die Inflation aufzehren lassen.

Neben dem Anlegen in einen Index mittels eines ETF kann man auch direkt sein Geld in einem Unternehmen investieren. valueCampus beschäftigt sich ausschließlich mit dieser Form der Geldanlage. Da es sich hier klassisch um Investitionen handelt, schauen wir uns im nächsten Abschnitt einmal an, was dies auf Basis des modernen Value Investing am Beispiel von Warren Buffett langfristig für Chancen bietet.