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Wer sich ernsthaft und vor allem tiefgründig mit Value Investing auseinandersetzen möchte, kommt an Warren Buffett nicht vorbei. Der Marktwert seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat seit Gründung 1964 einen Wertzuwachs von 2.404.748 % (Stand: 31.12.2017) erfahren.

Sein Erfolg basiert vor allem auf den Lehren seines Tutors Benjamin Graham, dem Begründer des Value Investing.

Über die letzten Jahrzehnte haben sich viele Ausprägungen und Auslegungen zum Value Investing entwickelt. Jedoch zählt die von Warren Buffett und seinem Partner Charlie Munger adaptierte und weiterentwickelte Value Investing-Strategie zu einer der erfolgreichsten und nachhaltigsten.

So ist es unerlässlich, Warren Buffett zu studieren, um mit dieser Investmentphilosophie langfristig erfolgreich zu sein.

Wer ist Warren Buffett


Warren E. Buffett (*30.08.1930)

# CEO und Großaktionär der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway
# Drittreichster Mensch der Welt laut Forbes Liste 2018 (Link zur Forbes Liste)
# Student von Begründer des Value Investings Benjamin Graham
# Zählt zu den erfolgreichsten Value Investoren aller Zeiten
# Initiator mit Bill Gates (Gründer Microsoft) von "Giving Pledge" - Überzeugung von Milliardären ihr 1/2 Vermögen zu Lebzeiten zu stiften
# Warren hat bereits $35 Mrd. gestiftet - ein Großteil davon ging als Anteile seiner Investmentgesellschaft an die Bill und Melinda Gates Stiftung
# Lebt weitab vom Geschehen der Wall Street in Omaha (im 1958 für $31.500 gekauften Haus)
# Gilt als Kritiker der Wall Street

"Wall Street is the only place that people ride to in a Rolls Royce to get advice from those who take the subway."

Investmentkarriere

Buffetts Investmentkarriere

Als Student von Graham und später Mitarbeiter der Investmentgesellschaft Graham-Newman Corp. konnte Buffett entsprechendes Value Investing-Know-how aufbauen.

Buffett machte sich 1956 mit gerade einmal 25 Jahren selbständig und gründete mit dem Geld von Verwandten und Freunden eine Investment-Partnership mit einem Startkapital von 105.100 USD. Diese und im Laufe der Zeit weitere neu gegründete Partnerschaften waren so erfolgreich, dass er aufgrund der Börsenhausse 1969 seine Gesellschaften auflöste.

Er schrieb seinen Partnern, dass er aufgrund der stark gestiegenen Aktienkurse keine neuen Ideen für neue Anlagen entwickeln kann. Er wolle mit dem Geld seinen Partner nicht spekulieren. Alternativ bat er ihnen eine Beteiligung an der Gesellschaft Berkshire Hathaway an. Hier noch der genaue Wortlaut von Buffett gegenüber seinen Partnern:

„Quite frankly, in spite of any factors set forth on the earlier pages, I would continue to operate the Partnership in 1970, or even 1971, if I had some really first class ideas. Not because I want to, but simply because I would so much rather end with a good year than a poor one. However, I just don’t see anything available that gives any reasonable hope of delivering such a good year and I have no desire to grope around, hoping to “get lucky” with other people’s money. I am not attuned to this market environment and I don’t want to spoil a decent record by trying to play a game I don’t understand just so I can go out a hero.“

„I feel it would be totally unfair for me to assume a passive position and deliver you to the most persuasive salesman who happened to contact you early in 1970.“

Weiterführender Link zur Buffet Partrnership: Why Warren Buffett Decided to Close His Investment Partnership in 1969

Im Jahre 1962 begann Buffett erste Anteile an dem Textilunternehmen Berkshire Hathaway zu erwerben. Im Laufe der Investition musste Buffett jedoch feststellen, dass zum einen das Geschäftsmodell und zum anderen die Erträge dieses Unternehmens sich nicht mehr positiv entwickelten. Der damalige Geschäftsführer unterbreitete Buffet 1964 mündlich den Rückkauf seiner Aktien zu einem fixierten Preis an. Jedoch war das offizielle schriftliche Angebot niedriger. Buffett war über diesen Wortbruch so verärgert, dass er kurzerhand die restlichen Anteile von Berkshire Hathaway kaufte, den Geschäftsführer vor die Tür setzte und selber die Führung des Unternehmens übernahm.

Früh erkannte er den Niedergang der Branche und leitetet Kapital des Unternehmens in alternative Unternehmensbeteiligungen. Er baute das Unternehmen in eine Investmentholding um. Dies war der Start einer der erfolgreichsten Investmentgesellschaften aller Zeiten.

In der Zeit der ersten Partnerschaftsgesellschaften lernte Buffett seinen heutigen Kompagnon Charlie Munger kennen. Er überredete den damaligen Juristen Munger als Investor auf Basis der Graham Value Investing-Lehre tätig zu werden und wie er eine Investmentpartnerschaft zu gründen. 1962 setzte Munger dies gemeinsam mit einem Freund um. Bis zur Liquidation Anfang 1976 konnte er eine Gewinnentwicklung von 19,8% p.a. aufweisen.

Beide arbeiteten in dieser Zeit getrennt voneinander, hatten aber aufgrund ihres Investmentstils Gemeinsamkeiten bis hin zu gleichen Beteiligungen. Eine dieser Beteiligungen fusionierte Buffett in seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway und bat Munger als Abfindung für seine Anteile 2% an Berkshire und den Posten als Vice Chairman an. Zusätzlich übernahm er die Geschäftsführung an den wichtigsten Berkshire Beteiligungen.

Warren Buffett und Charlie Munger ergänzten sich seitdem in ihrem Tun und Handeln.

Investmenterfolg

Berkshire Hathaway ist eine Holdinggesellschaft mit einem Konglomerat aus über 80 Unternehmen. Dazu gehören zum einen konsolidierte 100%-Beteiligungen wie eine der größten US-Versicherung, eine Eisenbahngesellschaft, Finanzdienstleister usw. als auch Minderheitsbeteiligungen an börsengehandelten Unternehmen. Alleine bei seinen konsolidierten 100%-Beteiligungen arbeiten 377 Tausend Mitarbeiter (Stand 2017).

Durchschnittliche jährliche Rendite 1965 bis 2017:

Was aus $10.000 Einmalanlage in der Berkshire Aktie 1965 bis 2017 geworden wäre:

Die jährliche Rendite über verschiedene Anlagzeiträume:

 

Offizieller Performancebericht von Berkshire

Value Investing-Ansatz

In den Anfängen seiner Investmentkarriere hat er auf den Prinzipien seines Tutors Benjamin Graham investiert. Grahams Value Investing-Ansatz basiert vor allem auf der Suche nach unterbewertete Aktien deren Buchwerte weit unter dem aktuellen Marktwert eines Unternehmens liegen. Daneben galt es das Risiko über eine Vielzahl an Unternehmen im Portfolio zu streuen. Die zukünftigen Erfolgsaussichten eines jeweiligen Unternehmens waren von geringerer Bedeutung.

Im starken Börsenaufschwung der 1960er Jahre wurde es jedoch für Warren Buffett immer schwerer Unternehmen mit diesen Kriterien zu finden. Unter maßgeblichen Einfluss seines Partners und des erfolgreichen Value Investors Philip A. Fisher hat er den Value Investing-Ansatz von Graham weiterentwickelt.

Neben der quantitativen Komponente in Form von Finanzkennzahlen hat er immer mehr qualitative Komponenten wie die Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsmodells als auch die Qualität des Managements in seine Investitionskriterien eingebaut.

Sein Fokus liegt daher neben einem attraktiven Preis auch auf vielversprechende Zukunftsaussichten.

Zu seinen vier Hauptkriterien gehören: