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Robert Shiller hat 2013 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften gemeinsam mit Eugene Fama und Lars Peter Hansen erhalten. Shiller hat das insb. für Value Investoren interessante Shiller KGV (US: Shiller PE) zur Bewertung von Aktienmärkten entwickelt. Mit diesem Indikator zeigt er Bewertungsverzerrungen gegenüber dem langfristigen Median auf.

Entgegen dem allgemein bekannten und vielen Retail-Investoren genutzten KGV (Aktienkurs im Verhältnis zum aktuellen Gewinn je Aktie) misst das Shiller KGV einen inflationsbereinigten 10-Jahresdruchschnitt. Laut Shiller werden so insb. kurzfristige Gewinnverzerrungen bereinigt.

Derzeit steht der Indikator auf dem zweithöchsten Stand seit Aufzeichnung (in diesem Fall 1881). Value Investoren nutzen diesen Indikator um ihre Risikoaversion emotionsfrei justieren zu können. So kaufen wir in Zeiten von Bewertungen unter dem Median im großen Umfang potentielle Value Aktien. In Zeiten wie heute sind wir bei der Auswahl und dem Kauf von Aktien weitaus vorsichtiger.

Quelle Shiller PE Daten: Shiller PE

Da sich gerade Überbewertungen über einen langen Zeitraum einstellen können, sollte der Indikator nicht als „ich meide jetzt den Aktienmarkt“ genutzt werden. Gerade diese langfristigen Übertreibungen erzeugen die Überrenditen von Value Investoren gegenüber dem Vergleichsindex (z.B. S&P 500).

Shiller hat auch festgestellt, dass die Aktienkurse langfristig stärker Schwanken als Dividenden. Dies spricht ebenfalls für Value Investing.

„Die heutigen Aktienkäufer sind oft von der Angst getrieben, in der hochtechnisierten Gesellschaft nicht mehr mithalten zu können“, sagt Robert Shiller.

Das Computerzeitalter ist auch schön in dadurch hochgetriebenen Bewertungen zu erkennen. Der langfristige Median des Shiller KGVs liegt derzeit bei 16,15 (Aktienkurs entspricht das 16fache des durchschnittlichen 10-Jahres-KGV). Nimmt man den Median beispielweise ab 1990 bis heute liegt dieser bereits bei 25,03. Hieran ist gut zu erkennen, welchen Einfluss das Computerzeitalter auf den Handel der Aktienmärkte hat.

Neue Technologien (Künstliche Intelligenz) und automatisierte Handelssysteme gerade auch basierend auf ETF-Strategien erzeugen eine Geldschwemme mit fast unkontrollierbaren Bewertungsansätzen in den Märkten. Wie Shiller in seinem Zitat erklärt, sind wir trotz Automatisierung noch mit vielen psychologischen Ansätzen versehen, die uns immer wieder in diese Übertreibungen laufen lassen.

Zum einen gehört dazu die Sicht „Diesmal ist es anders“ und zum anderen der unter dem amerikanischen Begriff FOMO gefasste „Fear of missing out“-Effekt (Angst vor dem Hintererlaufen).

Value Investoren machen sich diese Effekte zu nutze.

„Bereitschaft zum Risiko liegt in der Natur des Menschen“, so Robert Shiller. Viele KI und automatisierte Handelssysteme sind ja auch noch von diesem programmiert.

Eugen Fama vertritt die Theorie der „effizienten Märkte“, wonach alle Marktteilnehmer heute in Echtzeit die gleichen Informationen haben und so Kursentwicklungen nicht vorhersehbar und vor allem der Markt zu jedem Zeitpunkt den fairen Wert spiegelt. Dies ist dahingehend interessant, da er ja gemeinsam mit Shiller den Nobelpreis erhalten hat. So hat man beide Seite gleichzeitig gewürdigt.

Als Investor muss man sich entscheiden, auf welcher Seite man stehen möchte. Auf der Value Investor-Seite stehe nur ganz wenige, die aber mit herausragenden Investmenterfolgen.

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Quelle: www.e-recht24.de

 

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